De Ligt, Ramsey & Rabiot: Juventus shoppt für den CL-Titel

via Sky Sport Austria

Zweimal stand Juventus Turin in den vergangenen fünf Jahren im Champions-League-Finale. Für den ganz großen Wurf reichte es aber nicht. Dies soll sich nun ändern – mithilfe einer Schema-Erweiterung.

Viele Jahre war Juventus Turin dafür bekannt, namhafte Spieler ablösefrei zu verpflichten. So schlossen sich unter anderem Emre Can, Sami Khedira, Andrea Pirlo, Paul Pogba, Dani Alves und Kingsley Coman der Alten Dame an.

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Nach diesem Schema gingen die Bianconeri auch in diesem Transfersommer vor. So schnappte sich der italienische Serienmeister Adrien Rabiot (Paris Saint Germain) und Aaron Ramsey (FC Arsenal).

Allerdings zeichnet sich bei Juventus in diesem Sommer eine Erweiterung dieses Schemas ab. Im vergangenen Jahr begann die Alte Dame für die Verpflichtungen von Cristiano Ronaldo, Joao Cancelo, Douglas Costa und Leonardo Bonucci reichlich Geld in die Hand zu nehmen und den Kader damit weiter aufzupeppen.

Juventus verpflichtete bereits vier Abwehrspieler

In diesem Transferfenster setzt sich dieser Trend als Ergänzung zu den ablösefreien Spielern fort. Für Matthijs de Ligt, Cristian Romero, Luca Pellegrini und Merih Demiral (übrigens allesamt Abwehrspieler) gab Juventus rund 136 Millionen Euro aus.

Dabei ist zudem auffällig, dass man im Piemont eine jugendliche Auffrischung des Kaders anstrebt, um so auch perspektivisch in den kommenden Jahren im Geschäft der Großen mitzumischen. Die defensiven Neuzugänge haben ein Durchschnittsalter von 20,25 Jahren und dürften von den erfahrenen Defensivspezialisten um Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci für ihre Entwicklung reichlich profitieren.

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Damit wird eines deutlich: Die Defensivabteilung für den Angriff auf den Champions-League-Titel steht und ist nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite mehr als gut aufgestellt.

Die Offensive liest sich nicht minder namhaft. Allen voran Cristiano Ronaldo soll die Alte Dame zum langersehnten internationalen Titel führen. Hilfe könnte der portugiesische Superstar dabei von Rückkehrer Gonzalo Higuain erhalten, der bei Juventus nun wieder unter seinem alten Förderer Maurizio Sarri, den er aus seiner erfolgreichen Neapel-Zeit kennt, eine neue Chance wittert.

Frisches Blut für die Offensive?

Mit 34 bzw. 31 Jahren gehören die beiden allerdings nicht mehr zu den jüngsten, weshalb der Angriff wohl auch noch eine jugendliche Ergänzung erhalten soll. Der Name Federico Chiesa taucht dabei immer wieder auf. Der italienische Youngster kommt trotz seiner erst 21 Jahre bereits auf 100 Partien in der Serie A. Zuletzt legte er einen weiteren starken Leistungsnachweis bei der U21-EM ab, als er für Italien in drei Spielen dreimal traf und die Squadra Azzurra damit fast ins Halbfinale führte.

Allerdings dürfte Chiesa nicht ganz billig werden. Sein Marktwert wird derzeit laut transfermarkt.de auf 60 Millionen Euro taxiert. Gut möglich, dass Juventus sogar etwas mehr als diese Summe für den offensiven Flügelspieler auf den Tisch legen müsste. Die heutige Zeit mit den verrückten Ablösesummen macht’s möglich.

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Eine weitere Verstärkung für die Offensive könnte Mauro Icardi sein. Der Argentinier scheint nach zahlreichen Unstimmigkeiten bei Inter Mailand keine Zukunft mehr zu haben. Diese Situation könnte Juventus nun nutzen, um sich den treffsicheren Angreifer zu angeln. Icardi gehört mit 121 Treffern und 30 Assists in 219 Serie-A-Spielen zu den Top-Angreifern in Italien und wäre damit ein weitreichendes Update für den Juve-Kader.

Mit gerade einmal 25 Jahren liegen die besten Fußballer-Jahre zudem wohl noch vor dem Knipser. Deshalb dürfte Icardi – ähnlich wie Chiesa – nicht für lau ins Piemont wechseln. Sollte Turin beim Argentinier zuschlagen und dieser auch zur Alten Dame wechseln wollen, wären wohl um die 80 Millionen Euro fällig. So hoch wird sein Marktwert taxiert.

Weitere Abgänge sollen folgen

Spinnt man die Spekulationen nun weiter und geht von einer Verpflichtung der beiden aus, könnte Juventus Turin am Ende Transferausgaben von rund 280 Millionen Euro aufweisen. Damit einher geht auch eine exorbitante Steigerung der Gehaltsausgaben. So erhöhten die Bianconeri diese innerhalb der letzten vier Jahre von 120 auf rund 300 Millionen Euro.

Um diese hohe Summen stemmen zu können, dürfte sich deshalb auf der Abgabenseite auch noch einiges tun. Dort stehen nach den Verkäufen von unter anderem Leonardo Spinazzola (für 29,5 Millionen Euro zur AS Rom) und Stefano Sturaro (für 16,5 Millionen Euro zum FC Genau) zwar bereits 109 Millionen Euro unterm Strich, doch weitere Abgänge werden wohl folgen.

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So könnte es im hochkarätig und dicht besetzten zentralen Mittelfeld unter anderem Sami Khedira treffen. Der Mittelfeldspieler hatte in der jüngsten Vergangenheit mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen. In der abgelaufenen Saison fehlte Khedira aufgrund einer Herz-Operation langfristig. Mit Rabiot und Ramsey nahm Juventus nun auch noch zwei Spieler unter Vertrag, die genau auf Khediras Position im zentralen Mittelfeld beheimatet sind.

Ähnlich eng könnte es auch für Emre Can werden. Der Deutsch-Türke ist hauptberuflich ebenfalls im zentralen Mittelfeld tätig. Ein Plus für Can könnte aber seine Flexibilität sein. So kann der Ex-Liverpooler auch bei einer Fünfer- respektive Dreierkette in der Abwehr agieren.

Dünnt Juve im Sturm aus?

Weitere “Wackelkandidaten” – unter der Annahme Chiesa und/oder Icardi oder auch ein anderer Offensivakteur werden noch verpflichtet – könnten Douglas Costa, Mario Mandzukic und Paulo Dybala sein. Letzterer wurde in der vergangenen Saison bereits immer wieder mit Abwanderungsgerüchten in Verbindung gebracht.

Doch egal wer noch kommen könnte, oder welche Spieler noch abgegeben werden, bei Juventus wird aufgrund der Kaderzusammenstellung eines klar: Juventus Turin peilt mit dem Champions-League-Triumph den ganz großen Wurf an – und ist dafür bereit, auch finanziell in neue Sphären vorzustoßen.

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Beitragsbild: Gettyimages
(sport.sky.de)